Statistik „Gesellschaft X.0 – Alles vernetzt?“

Kurz und knapp – Interessante Fakten rund um die Internetnutzung der Deutschen 2015

 

Im Jahr 2015:

  • nutzten durchschnittlich 85% der Deutschen das Internet privat, in der Altersgruppe bis 44 Jahre sogar fast jeder
  • war gleichzeitig aber auch jeder 9. Deutsche (11%) zwischen 16 und 74 Jahren noch nie (!) im Internet
  • hat sich die Anzahl von mobilen Computern (Laptop, Notebook, Tablet) in den Haushalten der Deutschen seit 2005 vervierfacht – 74 % der Haushalte besaßen 2015 einen mobilen Computer
  • lag die Nutzung des mobilen Internets mit Handy/Smartphone bei 65 % (bezogen auf die Gesamtzahl der Internetnutzer in Deutschland von rund 60 Mio.), in der Altersgruppe der 16-24-Jährigen sogar bei 90%
  • informierten sich rund 40 Mio. Deutsche zum Thema Gesundheit (Krankheiten, Verletzungen, Ernährung) im Netz

Käufe/Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen im Internet:

  • haben bereits 83 % der Deutschen getätigt; 95 % waren es in der Altersgruppe der 25-44-Jährigen
  • wurden von 47 Mio. Deutschen in den letzten 12 Monaten durchgeführt
  • erfolgten 2015 von 12 % der Deutschen regelmäßig, also häufiger als 10 mal in den letzten 3 Monaten

Die am häufigsten gekauften Artikel 2015 waren:

  1. Kleidung und Sportartikel (64%)
  2. Gebrauchsgüter wie Möbel, Geschirr etc. (49%)
  3. Bücher, Zeitungen, Zeitschriften (42%)
  4. Urlaubsunterkünfte (41%)
  5. Eintrittskarten für Veranstaltungen (39%)

Internetsicherheit und Datenschutz:

  • unterlassene Internetaktivitäten wegen Sicherheitsbedenken 2015, bezogen auf die Anzahl der Internetnutzer in den letzten 12 Monaten (61 Mio. Deutsche)
  1. Persönliche Daten auf Social Media-Plattformen gestellt (39%)
  2. Bankgeschäfte getätigt (28%)
  3. Dateien bzw. Daten heruntergeladen (25%)
  • am wenigsten Bedenken bestehen beim Kauf/ Bestellen von Waren und Dienstleistungen im Internet (12%)
  • Je älter die Altersgruppe, desto sorgfältiger geht sie mit ihren Daten um
  • weibliche Internetnutzer sind im Umgang mit ihren Daten im Allgemeinen vorsichtiger als männliche Internetnutzer

Text: Jenny Karl

Quellen

Wirtschaftsrechnungen: Private Haushalte in der Informationsgesellschaft – Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2016, Fachserie 15, Reihe 4, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) 2015

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/EinkommenKonsumLebensbedingungen/PrivateHaushalte/PrivateHaushalteIKT2150400157004.pdf?__blob=publicationFile (zuletzt aufgerufen am 23.06.2016; 14.15 Uhr)

Mitgefühl vs. Sensationsgier – Die Schattenseiten der sozialen Netzwerke

Die bedeutendste Begleiterscheinung unseres heutigen Internets – des Web 2.0 – sind wohl ohne Frage die Social Media. In unserer Gesellschaft und unserem täglichen Leben sind sie längst allgegenwärtig und es ist ein Leichtes, uns in den sozialen Netzwerken nach unseren Wünschen zu profilieren und von unserer Schokoladenseite zu präsentieren. Doch in der Realität sind nicht alle unsere Handlungen und Erlebnisse so bewundernswert und vorbildlich, wie wir es den Anderen gegenüber gern glauben machen.

Wer erinnert sich nicht an die Medienberichte im Februar dieses Jahres über einen süßen gestrandeten Baby-Delphin, der qualvoll verendete, weil die zahllosen anwesenden Strandbesucher das hilflose Tier lieber umkreisten und Selfies machten anstatt dem kleinen Delphin zurück ins Wasser zu helfen? Aber Hauptsache, das Bild ist im Kasten.

Ebenfalls sehr fragwürdig ist das Phänomen der Prank-Videos auf YouTube. Während sich der Großteil der Clips auf witzige und harmlose Streiche beschränkt wie das Erschrecken von ahnungslosen Mitmenschen, stößt man inzwischen aber auch öfters auf Videos, bei denen der Witz auch physisch buchstäblich auf Kosten des Betroffenen geht. Der Gier nach aufsehenerregenden Videos, die möglichst viele Klicks generieren, wird die Gesundheit des „Opfers“ dabei bereitwillig untergeordnet. Da wird beim Gehen der Läufer weggezogen und schwere Stürze riskiert, explodierende Airbags unterm Sitz versteckt, die den „Geprankten“ durch die Luft schleudern und manchmal gibt’s zur Krönung auch noch eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht – mögliche Langzeitschädigungen der Augen inklusive. Selten so gelacht.

Noch erschreckender ist jedoch die Tatsache, dass Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte hierzulande zunehmend Probleme damit haben, an Unglücksorte zu gelangen bzw. Rettungsmaßnahmen einzuleiten – insbesondere bei Unfällen auf der Autobahn. Grund ist, dass die Einsatzkräfte durch Schaulustige behindert werden, die lieber die Verletzten oder Verstorbenen filmen und dabei die Zugänge zum Unglücksort versperren, als einen Gedanken daran zu verschwenden, Erste Hilfe zu leisten oder Rettungsgassen zu bilden und somit womöglich Menschenleben zu retten. Aus diesem Grund, und natürlich auch zum Schutz der Privatsphäre der Opfer, hat der Bundesrat aktuell einen Gesetzentwurf beschlossen, welcher die Behinderung von Rettungskräften und das Fotografieren oder Filmen von verstorbenen Unglücksopfern künftig unter Strafe stellen soll.

Dies sind nur einige wenige Beispiele dafür, welche besorgniserregende Entwicklung sich in unserer Gesellschaft in den wenigen Jahren seit der Entstehung der Social Media vollzogen hat. An die Stelle von Mitgefühl und Hilfsbereitschaft treten immer häufiger Sensationsgier und Geltungssucht, selbst wenn es um Leben und Tod geht. Nicht sehr sozial, oder? Bleibt nur zu hoffen, dass es Politik und Öffentlichkeit gemeinsam schaffen, der allmählichen „Verrohung“ der Gaffer und schaulustigen „Unfall“-Fotografen entgegen zu wirken und sie für das Leid ihrer Mitmenschen und -lebewesen zu sensibilisieren – je früher, desto besser…

Text: Jenny Karl

Internet im Wandel

Was war, was ist, …

Was versteht man unter Web 1.0, was ist Web 2.0 und sind das überhaupt nur inhaltsleere Marketing-Begriffe oder gibt es wirklich eine Zäsur in der noch jungen Geschichte des Internets?

Abrufmedium“ – eine Bezeichnung für das Web 1.0, die mir außerordentlich gut gefällt und es in meinen Augen treffend beschreibt. Von den Anfängen des World Wide Webs bis in die frühen 2000er Jahre wird das Web zwar auch schon für E-Mails und Chats, sprich zu Kommunikationszwecken, genutzt, aber was die Inhalte betrifft, ist es vor allem von statischen Seiten geprägt, die oftmals nicht mehr Gehalt als eine Broschüre bieten. Ein Beispiel ist diese Seite, welche inhaltlich für Fans und Interessierte sicherlich spannend ist, aber eben auch seit 1996 unverändert existiert. Gleichzeitig stellt dieses Warnerbros-Projekt auch schönes Anschauungsmaterial für eine Art Marketing-Instrument von vor über 20 Jahren dar. Neben solchen inhaltlich klar definierten Adressen, kursierte bereits damals auch ein großer Haufen skurriler Mist durchs Netz. Es gab unzählige Seiten, die einzig mit verrückten GIFs und Bildern die Lachmuskeln ihrer Besucher zu reizen wussten. Last but not least und kaum verwunderlich: Auch die Anfänge des Internets boten schon reichlich pornographisches Material. Zwar ist das Aufkommen in keiner Weise vergleichbar mit dem heutigen, aber „the internet is made for porn“ galt auch schon vor über 20 Jahren. Unnützes Wissen dazu: Rund 35% Prozent der heutigen Internetinhalte bestehen aus pornographischen Angeboten.

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Foto: http://www.warnerbros.com/archive/spacejam/movie/jam.htm

Anfang des 21. Jahrhunderts fand eine Entwicklung statt, die inzwischen wahnsinnige Ausmaße angenommen hat und retrospektiv als der Startschuss für Web 2.0 gesehen wird. Das Internet wurde interaktiv! Plattformen wie Youtube, Wikipedia, Flickr, Myspace, WordPress, Xing uvm. entstanden, sodass immer mehr Interaktion, Kommunikation und auch Zusammenarbeit im Netz stattfand. Der einfache Internetnutzer war nicht mehr nur Konsument, sondern jetzt auch Produzent von Web-Inhalten. Die daraus entstandene Wortschöpfung „Prosument“ (eng. Prosumer) soll diesem Wandel Rechnung tragen. Inzwischen gibt es eine Unmenge an Blogs und jeden Tag kommen mehrere tausend neue hinzu. Im Jahr 2013 wurden pro Minute 300 Stunden Videomaterial auf Youtube hochgeladen, Facebook verzeichnet inzwischen über 1,5 Milliarden aktive Accounts. Studenten organisieren ihr Studium an vielen Unis zu großen Teilen über Plattformen wie Moodle, wo nicht nur Materialien verteilt werden, sondern auch miteinander agiert und kommuniziert werden kann. Allein in Deutschland gibt es über 150.000 Menschen, die schon mehr als 10 Artikel auf Wikipedia verfasst haben. Kluge Köpfe und Wissenschaftler von überall auf der Welt bilden Netzwerke und potenzieren auf diese Weise ihr Wissen.

Tim O’Reilly – Autor, Softwareentwickler und Verleger – welcher den Begriff des Web 2.0 maßgeblich geprägt hat, nannte es eine „Nutzbarmachung der kollektiven Intelligenz“. Das Internet ist mehr als ein reines Unterhaltungsmedium. Es ist eine massive Wissensdatenbank, die zu nahezu jedem Thema Informationen und Inhalte bietet, eine riesige global vernetzte Bibliothek, vollgestopft mit Wissen. Viele Menschen fragen im Falle von Krankheitssymptomen lieber Dr. Online als direkt zum Arzt zu gehen. Schüler ziehen sich ihre Hausaufgaben aus dem Netz und wie wir unser Handy reparieren, leckere Kuchen backen oder uns die Haare stylen lernen wir auf Youtube.

Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Im Zusammenhang mit Web 2.0 muss man auch immer die technische Entwicklung betrachten. Das Internet hätte sich ohne rein technische Neuerungen sicherlich nicht so rasant entwickelt. Umgekehrt wäre die Innovationskraft nicht so groß gewesen, hätte der Bedarf nicht existiert. Die Entwicklung von ISDN ermöglichte nicht nur schnellere Übertragungen und somit aufwendigere Web-Inhalte, sondern bot auch den Komfort, über den selben Anschluss zeitgleich telefonieren und surfen zu können – eine wahre Erleichterung. Seither hat sich die potentielle Übertragungsgeschwindigkeit, bedingt durch DSL, stetig erhöht. Wenn wir heute 100 Mbit/s als rasend empfinden, ist schon längst klar, dass dies in einigen Jahren kein Maßstab mehr ist. Die heutige Technik jedenfalls erlaubt noch enorme Steigerungen.

Eines wird unter Berücksichtigung der Ausgangsfrage deutlich: Das Internet stellt sich für uns anders dar, als es das vor 15 Jahren noch tat. Wir Menschen neigen dazu, Geschehnisse in Epochen oder Phasen einzuteilen und ich halte das der Einfachheit halber auch bei der Entwicklung des Internets für durchaus sinnvoll, trotz dessen ich kein Freund starrer Grenzen bin. Ich glaube, dass die Professionalisierung des Internets nur natürlich ist, ganz so, wie es bei den meisten neuen Dingen der Fall ist. Unsere Welt obliegt Veränderungen und das Internet ist noch immer ein sehr junges Medium, welches im vergangenen Jahrzehnt stark von den Weiterentwicklungen auf technischer Seite profitiert hat. Andersherum hat es diese Entwicklung eben auch vorangetrieben. Ich halte eine Einteilung in verschiedene Phasen insbesondere unter einem historischen Aspekt für gerechtfertigt und wichtig. Zum kritischen Umgang mit Medien gehört auch, dass man weiß, wo man herkommt. Die Geschichte lehrt uns, dass man sich darüber stets im Klaren sein sollte.

Eines ist gewiss: Spätestens in 15 Jahren kann ich einen ähnlichen Text erneut verfassen, dann jedoch Web 2.0 und Web 3.0 gegenüberstellend. Truman Capote, Schriftsteller und Schauspieler, sagte schon – und das gilt heute noch umso mehr: „Heute ist die Utopie vom Vormittag die Wirklichkeit vom Nachmittag.‘‘

Text: Eike Gosch

Big Data und die Frage nach der digitalen Zukunft aus der Sicht von Magdalena Taube

Interviews und Reportagen sind ein fester Bestandteil der Nachrichten wie NTV, N24, Phoenix, ZDF oder BBC. Jeder dieser Sender steht mit seinen Moderatoren im ständigen Kontakt, um über aktuelle Themen wie die EM 2016 in Frankreich oder die Krisenregionen des Nahen und Mittleren Osten zu berichten. Neueste Meldungen, immer aktuell und live in Farbe.

Auch wir von der Multimedia-Gruppe haben ein Interview mit der Berliner Redaktionsleiterin Magdalena Taube vom Onlinemagazin „Berliner Gazette“ durchgeführt. Via Skype beantwortete sie unsere Fragen zu dem immer bedeutender werdenden Thema Big Data.

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Magdalena Taube – Wer ist das?

Als Redaktionsleiterin ist Magdalena Taube bei dem Berliner Onlinemagazin „Berliner Gazette“ (www.berlinergazette.de) schon lange bekannt. Neben ihrer Arbeit ist sie auch als Dozentin für Onlinejournalismus an zwei Berliner Universitäten tätig. Momentan steckt sie in den Vorbereitungen einer Konferenz der Berliner Gazette zum Thema „Zukunft“. Diese findet im Oktober 2016 in der Volksbühne in Berlin statt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Thema Big Data, insbesondere wie Zukunftsanalysen darauf basieren und, dass große Datenmengen zusammengetragen und analysiert werden.

Was ist eigentlich unter dem Begriff Big Data zu verstehen?

Big Data ist ein Trendwort, welches verschiedene Sachen vereint und umfasst. Im Groben kann man sagen, dass es bei Big-Data darum geht, dass große Mengen von Daten zusammengetragen und analysiert werden.

Facebook zum Beispiel sammelt Daten von seinen Nutzern, nicht nur, wenn man eine Statusmeldung teilt, sondern z. B. auch, wo man sich gerade aufhält (GPS-Funktion). Sogar Informationen darüber, was gelöscht wird, wenn wir etwas doch nicht schreiben oder posten möchten, werden gesammelt. Zusammengefasst steht Big Data für alle Daten, die zusammengenommen werden, auch wenn diese allein – für einen selbst – nicht wichtig erscheinen.

In diesem Zusammenhang ergeben sich ethische und moralische Fragestellungen: Stimmt denn das Bild von einem selbst, welches durch alle von sich selbst gesammelten Daten entsteht? Wird man, wenn man sich mit dem Islam beschäftigt, z. B. durch eine Recherchetätigkeit, während ein Anschlag in unmittelbarer Nähe verübt wird, damit unmittelbar in Verbindung zum Islamismus/Terrorismus gebracht? Wer beurteilt das letzten Endes? Wer fügt diese Daten zusammen?

Was sind die Vor- und Nachteile von Big Data?

Fakt ist, dass Big-Data-Technologien einen wichtigen Lösungsansatz in allen gesellschaftlichen Bereichen darstellen, von Dating-Plattformen bis zur Terrorismusbekämpfung. Neu ist jedoch, dass das Sammeln von Daten hauptsächlich von Akteuren, welche wirtschaftliche Interessen haben, vorangetrieben wird (neben staatlichen Akteuren, die ebenfalls möglichst viel von den Bürger/innen wissen wollen).

Aber welcher Bürger/welche Bürgerin – auch wenn dieser/diese sich mehr oder weniger mit der Thematik beschäftigt – weiß wirklich, was mit seinen Daten passiert!? Schließlich hat man wenig bis gar kein Mitspracherecht bei der Verwaltung der eigenen Daten. Bestes Beispiel ist hier wieder Facebook. Wenn man diese Social Media-Plattform verwenden möchte, kommt man nicht drumherum den AGBs bei der Anmeldung zuzustimmen. Man hat also keine andere Wahl. Ein Häkchen, ein Klick und schon stimmt man zu!!!

Gibt es noch einen Weg zurück aus der Big-Data-Entwicklung?

Was einmal vorangetrieben wurde, kann man nicht mehr aufhalten. Die Digitalisierung würde man ansonsten zurückdrehen. Im Gegenteil, das Datensammeln wird eher noch zunehmen.

In welcher Form kann man an der Big-Data-Revolution selbst teilnehmen?

Schon allein die Beschäftigung mit der Thematik ist ein Anfang. Bildung und ständiges Hinterfragen kann viel bewirken. Man wird aufgeklärter und beginnt die ganze Problematik zu verstehen und nachzuvollziehen. Man stellt sich somit die Frage: Was passiert im Netz und in der digitalen Welt eigentlich?

Jeder von uns hat die Wahl und kann selbst entscheiden, ob er entweder passiv bleiben oder ob er sich aktiv einbringen will – Eigenentscheidung und Selbstbestimmung ist gefragt!!!

Bürgerrechtler stellten schon einmal die Frage, ob die gesammelten Daten von Facebook, Google und Co. zu einer Art Allgemeingut werden sollen. Dies ist als Anstoß einer Debatte zu bewerten, wem die Daten eigentlich gehören und was man damit alles machen kann.

Als digital mündiger Bürger kann man darauf achten, möglichst wenige Daten von sich preiszugeben oder dies zumindest bewusst zu tun. So kann man etwa die GPS-Funktion auf dem Smartphone ausschalten, damit keine Daten zur Ortung der eigenen Person gesammelt werden. Jeder kann als aktiver Akteur dazu beitragen, Informationen ins Internet zustellen – in Form eines Wikipedia-Eintrages oder Blogs.

Eine Big-Data-Utopie

Je mehr die Zivilgesellschaft Anteilnahme an dem zeigt, was gerade passiert, desto mehr wird man für die Thematik der Datenverwaltung sensibilisiert. Ziel ist es letztlich, das positive Potenzial von Big Data auszuschöpfen. Dies tat z. B. die Piratenpartei, indem sie Abstimmungsprozesse digitalisiert und eine Software entwickelt hat, die Leute auf einen gemeinsamen Nenner bringt. Dies sollte dazu dienen, herauszufinden, was die Mehrheit wirklich will.

Text: Christin Müller und Jakob Ripper

Verweise

http://fellowprojekte.vernetzterleben.de/wordpress/bucerius-lab-big-data/

(zuletzt abgerufen am 22.06.2016)

http://berlinergazette.de/author/magdalena-taube/

(zuletzt abgerufen am 22.06.2016)

http://www.vernetzterleben.de/fellows/

(zuletzt abgerufen am 22.06.2016)

Was war, was sein wird …

Die Geschichte des Internets ist noch jung, doch die Anfänge liegen früher, als man denken mag. Nachdem die Sowjetunion 1957 mit dem Projekt Sputnik den Beginn der Raumfahrt einläutete, gab es in den, ob des technischen Fortschritts des Feindes, unter Schock stehenden USA die Bestrebung, mit aller Kraft die eigene Entwicklung voranzutreiben. Ohne näher ins Detail gehen zu wollen, ist die Erfindung des Internets eine direkte Folge der Gründung der ARPA (Advanced Research Projects Agency) und der daraus hervorgegangenen Organisationen und Projekte. Viele Jahre später folgten das bereits in einem anderen Artikel beschriebene Web 1.0 und Anfang der 2000er Jahre schließlich der Übergang ins Web 2.0.

Soviel zum „Was war“ und „Was ist“. Doch was verspricht die Zukunft? Worauf müssen wir uns gefasst machen? Werden wir noch mehr zum gläsernen Menschen, als wir es schon sind? Wie wird zukünftig mit geistigem Eigentum umgegangen? Seit einigen Jahren geistert ein Wort umher, welches den Trend der kommenden Jahre zusammenfast: Smart. Smart Home, Smartwatch, Smartphone, Smart-TV und so weiter. Smart, also schlau, clever, intelligent soll unsere Umwelt werden. Auf der IFA waren „Smart Objects“ in den letzten zwei Jahren der Trend schlechthin. Smartphones sind in ihrer Entwicklung bereits weit fortgeschritten und erfassen längst riesige Datenmengen zu ihren Benutzern – sofern man sich dagegen nicht bewusst schützt. Das Internet der Dinge ist schon längst nicht mehr Zukunftsmusik.

Derzeit wird versucht, so viele Haushaltsgegenstände wie möglich miteinander zu vernetzen. Die Heizung/Klimaanlage soll wissen, wann ich von der Arbeit losfahre und entsprechend die Wohnung auf meine Wunschtemperatur bringen, der Backofen heizt schon vor und wenn gar keine Tiefkühlpizza mehr vorrätig ist, schickt der Gefrierschrank mir eine Mitteilung aufs Handy, sodass ich auf dem Heimweg noch beim Supermarkt vorbeischauen kann. Dieses Szenario lässt sich immer weiterspinnen. Weitere einzubindende Haushaltsgeräte wären die Spül- und Waschmaschine, die Badewanne, elektrische Tür- und Fensteröffner und viele weitere.

Bei allem Komfort und Alltags-Erleichterung, die dieser Wandel mit sich bringt, bestehen auch Gefahren. Natürlich ist es toll, per Überwachungskamera permanent mein Zuhause im Auge zu haben, weil die Aufnahmen von überall abrufbar sind. Doch was passiert, wenn diese Daten in die falschen Hände gelangen? Das muss nicht der böse Konzern sein, der in seinen AGB verankert hat sämtliche Daten für seine Zwecke nutzen zu dürfen, sondern kann ebenso gut durch Datenbankfehler oder gar Hackerangriffe geschehen. Bildmaterial ist natürlich ein sehr drastisches Beispiel, das wohl jeden Betroffenen stören würde. Anders scheint es oft bei Bewegungsprofilen oder Daten zum Kaufverhalten, die vermutlich so abstrakt sind, dass viele Leute damit schlicht nichts anfangen können und auch gar nicht die Muße haben, sich mit derlei Dingen zu befassen. Den Unternehmen ist es recht, denn für sie ist solch Wissen wie bare Münze.

Nachdem wir uns nun tagelang intensiv mit dem Thema Internet auseinandergesetzt haben, hat sich jeder ein eigenes Bild von der Zukunft des Internets gemacht.

Text: Eike Gosch

Internetarchäologie – Die Sicht eines Archäologen auf unsere Gesellschaft

 

Wie würde uns wohl ein Archäologe in 100 Jahren rekonstruieren?

Er würde wahrscheinlich erst mal auf die typischen Klischees im Internet des 21. Jahrhunderts eingehen. Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen haben werdet, sind heutzutage Katzenvideos, Failvideos, Beauty Tutorials, Duckfaces oder Fitnessbilder voll im Trend. Doch wie würde das ein Archäologe in der Zukunft interpretieren? Ich denke, er würde uns als eine verrückte Gesellschaft ansehen, die anscheinend alles dokumentieren und veröffentlichen muss. Wir wären für ihn eine Gesellschaft, die sehr sportlich und modebewusst ist – aber auch sehr viel von sich preisgibt und nicht viel vom Datenschutz hält. Er würde uns als multimedial vernetzte Individuen sehen, die in einer Flut von Informationen lebt und diese dabei nicht einmal ordentlich verarbeiten kann. Ich denke sogar, dass er es sehr kritisch betrachten würde, dass wir unsere Privatsphäre auf Social-Media-Plattformen freigeben, die unsere Daten nutzen und sogar zum Verkauf zur Verfügung stellen. Doch im Allgemeinen denke ich, dass wir für ihn eine vergangene Kultur wären, die zwar viel offenbart und viel von ihrer Privatsphäre abtritt, jedoch auch sehr interessiert und sozial ist. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber das wäre meine ungefähre Vorstellung davon, wie uns ein Archäologe in 100 Jahren rekonstruieren könnte. Vielleicht kommt auch alles ganz anders, wer weiß, lassen wir uns einfach mal alle überraschen.

Text: Nadine Gefeller

Zukunftsorientierte Internetarchäologie!?

Dank der voranschreitenden Digitalisierung der westlichen Welt wird es dem heutigen Durchschnittsbürger/der heutigen Durchschnittsbürgerin ermöglicht, den Alltag mit neusten Technologien zu verbessern. Dabei befindet sich dieser Vorgang in einer ständigen Weiterentwicklung, der alle vorherigen Jahrzehnte der Internetnutzung des sog. Web 1.0 in den Schatten stellt.

Durch interaktive Plattformen, wie Social Media im Web 2.0, ändert sich die Position des Nutzers vom Beobachter zum Akteur. Jeder Einzelne kann aktiv das Internet und dessen Inhalte mitgestalten. Immer mehr Gegenstände bekommen Schnittstellen, das „Internet der Dinge“ ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern steht in den Startlöchern. Dabei werden mehr oder weniger bewusst oder unbewusst persönliche Daten preisgegeben und auf unterschiedlichste Weise weitergeleitet. Die daraus entstehenden utopischen Datenmengen, sog. Big Data, werden häufig von Behörden oder Unternehmen verwendet. Diese erstellen anhand der Daten ein detailliertes Benutzerprofil und passen ihre Angebote den Bedürfnissen der Bürger und Bürgerinnen an. Dies geschieht allerdings nicht nur zum Vorteil eines jeden Menschen. Stattdessen verwenden die Unternehmen die Informationen dazu, ihren eigenen Profit zu steigern. Außerdem überwachen die Behörden das Privatleben der Bürger und Bürgerinnen mithilfe dieser Daten.

Dabei stellt sich uns die Frage, wie unsere hinterlassenen Spuren im Internet von der nächsten oder übernächsten Generation ermittelt werden. Was werden die „Internetarchäologen“ der Zukunft über uns herausfinden? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden sie feststellen?

Wie stark wird das Web 3.0 unseren Alltag bestimmen? Welche Möglichkeiten werden sich auftun? Welche Nachteile werden sich aufzeigen? Gibt es überhaupt noch eine Privatsphäre oder werden wir allesamt endgültig zu gläsernen Menschen?

Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir uns mithilfe dieses Blogs auf ein kleines Gedankenspiel einlassen. Hierbei beschäftigen wir uns mit den Fragen, was im Internet hinterlassen wurde, was wir hinterlassen wollen und was wir eventuell hinterlassen werden.

Dabei nehmen wir uns allerdings heraus, einige Fragen unbeantwortet zu lassen, damit jeder sich selbst einen eigenen Standpunkt zu diesen Themen bilden kann.

Text: Lisa Binder

Umfrage „Gesellschaft X.0 -Alles vernetzt?“

Umfrage „Gesellschaft X.0 – Alles vernetzt?“

Mit dieser Umfrage möchten wir Euer Internetverhalten genauer betrachten. Diese Umfrage dauert nur wenige Minuten und ist komplett anonym. 

Auswertung der Umfrage

Bei der Auswertung dieser Umfrage „Gesellschaft X.0 – Alles vernetzt?“ sind wir auf folgende Ergebnisse gekommen:

Statistik 1

Statistik 2

Statistik 3

Statistik 4

Statistik 5