Big Data und die Frage nach der digitalen Zukunft aus der Sicht von Magdalena Taube

Interviews und Reportagen sind ein fester Bestandteil der Nachrichten wie NTV, N24, Phoenix, ZDF oder BBC. Jeder dieser Sender steht mit seinen Moderatoren im ständigen Kontakt, um über aktuelle Themen wie die EM 2016 in Frankreich oder die Krisenregionen des Nahen und Mittleren Osten zu berichten. Neueste Meldungen, immer aktuell und live in Farbe.

Auch wir von der Multimedia-Gruppe haben ein Interview mit der Berliner Redaktionsleiterin Magdalena Taube vom Onlinemagazin „Berliner Gazette“ durchgeführt. Via Skype beantwortete sie unsere Fragen zu dem immer bedeutender werdenden Thema Big Data.

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Magdalena Taube – Wer ist das?

Als Redaktionsleiterin ist Magdalena Taube bei dem Berliner Onlinemagazin „Berliner Gazette“ (www.berlinergazette.de) schon lange bekannt. Neben ihrer Arbeit ist sie auch als Dozentin für Onlinejournalismus an zwei Berliner Universitäten tätig. Momentan steckt sie in den Vorbereitungen einer Konferenz der Berliner Gazette zum Thema „Zukunft“. Diese findet im Oktober 2016 in der Volksbühne in Berlin statt. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Thema Big Data, insbesondere wie Zukunftsanalysen darauf basieren und, dass große Datenmengen zusammengetragen und analysiert werden.

Was ist eigentlich unter dem Begriff Big Data zu verstehen?

Big Data ist ein Trendwort, welches verschiedene Sachen vereint und umfasst. Im Groben kann man sagen, dass es bei Big-Data darum geht, dass große Mengen von Daten zusammengetragen und analysiert werden.

Facebook zum Beispiel sammelt Daten von seinen Nutzern, nicht nur, wenn man eine Statusmeldung teilt, sondern z. B. auch, wo man sich gerade aufhält (GPS-Funktion). Sogar Informationen darüber, was gelöscht wird, wenn wir etwas doch nicht schreiben oder posten möchten, werden gesammelt. Zusammengefasst steht Big Data für alle Daten, die zusammengenommen werden, auch wenn diese allein – für einen selbst – nicht wichtig erscheinen.

In diesem Zusammenhang ergeben sich ethische und moralische Fragestellungen: Stimmt denn das Bild von einem selbst, welches durch alle von sich selbst gesammelten Daten entsteht? Wird man, wenn man sich mit dem Islam beschäftigt, z. B. durch eine Recherchetätigkeit, während ein Anschlag in unmittelbarer Nähe verübt wird, damit unmittelbar in Verbindung zum Islamismus/Terrorismus gebracht? Wer beurteilt das letzten Endes? Wer fügt diese Daten zusammen?

Was sind die Vor- und Nachteile von Big Data?

Fakt ist, dass Big-Data-Technologien einen wichtigen Lösungsansatz in allen gesellschaftlichen Bereichen darstellen, von Dating-Plattformen bis zur Terrorismusbekämpfung. Neu ist jedoch, dass das Sammeln von Daten hauptsächlich von Akteuren, welche wirtschaftliche Interessen haben, vorangetrieben wird (neben staatlichen Akteuren, die ebenfalls möglichst viel von den Bürger/innen wissen wollen).

Aber welcher Bürger/welche Bürgerin – auch wenn dieser/diese sich mehr oder weniger mit der Thematik beschäftigt – weiß wirklich, was mit seinen Daten passiert!? Schließlich hat man wenig bis gar kein Mitspracherecht bei der Verwaltung der eigenen Daten. Bestes Beispiel ist hier wieder Facebook. Wenn man diese Social Media-Plattform verwenden möchte, kommt man nicht drumherum den AGBs bei der Anmeldung zuzustimmen. Man hat also keine andere Wahl. Ein Häkchen, ein Klick und schon stimmt man zu!!!

Gibt es noch einen Weg zurück aus der Big-Data-Entwicklung?

Was einmal vorangetrieben wurde, kann man nicht mehr aufhalten. Die Digitalisierung würde man ansonsten zurückdrehen. Im Gegenteil, das Datensammeln wird eher noch zunehmen.

In welcher Form kann man an der Big-Data-Revolution selbst teilnehmen?

Schon allein die Beschäftigung mit der Thematik ist ein Anfang. Bildung und ständiges Hinterfragen kann viel bewirken. Man wird aufgeklärter und beginnt die ganze Problematik zu verstehen und nachzuvollziehen. Man stellt sich somit die Frage: Was passiert im Netz und in der digitalen Welt eigentlich?

Jeder von uns hat die Wahl und kann selbst entscheiden, ob er entweder passiv bleiben oder ob er sich aktiv einbringen will – Eigenentscheidung und Selbstbestimmung ist gefragt!!!

Bürgerrechtler stellten schon einmal die Frage, ob die gesammelten Daten von Facebook, Google und Co. zu einer Art Allgemeingut werden sollen. Dies ist als Anstoß einer Debatte zu bewerten, wem die Daten eigentlich gehören und was man damit alles machen kann.

Als digital mündiger Bürger kann man darauf achten, möglichst wenige Daten von sich preiszugeben oder dies zumindest bewusst zu tun. So kann man etwa die GPS-Funktion auf dem Smartphone ausschalten, damit keine Daten zur Ortung der eigenen Person gesammelt werden. Jeder kann als aktiver Akteur dazu beitragen, Informationen ins Internet zustellen – in Form eines Wikipedia-Eintrages oder Blogs.

Eine Big-Data-Utopie

Je mehr die Zivilgesellschaft Anteilnahme an dem zeigt, was gerade passiert, desto mehr wird man für die Thematik der Datenverwaltung sensibilisiert. Ziel ist es letztlich, das positive Potenzial von Big Data auszuschöpfen. Dies tat z. B. die Piratenpartei, indem sie Abstimmungsprozesse digitalisiert und eine Software entwickelt hat, die Leute auf einen gemeinsamen Nenner bringt. Dies sollte dazu dienen, herauszufinden, was die Mehrheit wirklich will.

Text: Christin Müller und Jakob Ripper

Verweise

http://fellowprojekte.vernetzterleben.de/wordpress/bucerius-lab-big-data/

(zuletzt abgerufen am 22.06.2016)

http://berlinergazette.de/author/magdalena-taube/

(zuletzt abgerufen am 22.06.2016)

http://www.vernetzterleben.de/fellows/

(zuletzt abgerufen am 22.06.2016)

Was war, was sein wird …

Die Geschichte des Internets ist noch jung, doch die Anfänge liegen früher, als man denken mag. Nachdem die Sowjetunion 1957 mit dem Projekt Sputnik den Beginn der Raumfahrt einläutete, gab es in den, ob des technischen Fortschritts des Feindes, unter Schock stehenden USA die Bestrebung, mit aller Kraft die eigene Entwicklung voranzutreiben. Ohne näher ins Detail gehen zu wollen, ist die Erfindung des Internets eine direkte Folge der Gründung der ARPA (Advanced Research Projects Agency) und der daraus hervorgegangenen Organisationen und Projekte. Viele Jahre später folgten das bereits in einem anderen Artikel beschriebene Web 1.0 und Anfang der 2000er Jahre schließlich der Übergang ins Web 2.0.

Soviel zum „Was war“ und „Was ist“. Doch was verspricht die Zukunft? Worauf müssen wir uns gefasst machen? Werden wir noch mehr zum gläsernen Menschen, als wir es schon sind? Wie wird zukünftig mit geistigem Eigentum umgegangen? Seit einigen Jahren geistert ein Wort umher, welches den Trend der kommenden Jahre zusammenfast: Smart. Smart Home, Smartwatch, Smartphone, Smart-TV und so weiter. Smart, also schlau, clever, intelligent soll unsere Umwelt werden. Auf der IFA waren „Smart Objects“ in den letzten zwei Jahren der Trend schlechthin. Smartphones sind in ihrer Entwicklung bereits weit fortgeschritten und erfassen längst riesige Datenmengen zu ihren Benutzern – sofern man sich dagegen nicht bewusst schützt. Das Internet der Dinge ist schon längst nicht mehr Zukunftsmusik.

Derzeit wird versucht, so viele Haushaltsgegenstände wie möglich miteinander zu vernetzen. Die Heizung/Klimaanlage soll wissen, wann ich von der Arbeit losfahre und entsprechend die Wohnung auf meine Wunschtemperatur bringen, der Backofen heizt schon vor und wenn gar keine Tiefkühlpizza mehr vorrätig ist, schickt der Gefrierschrank mir eine Mitteilung aufs Handy, sodass ich auf dem Heimweg noch beim Supermarkt vorbeischauen kann. Dieses Szenario lässt sich immer weiterspinnen. Weitere einzubindende Haushaltsgeräte wären die Spül- und Waschmaschine, die Badewanne, elektrische Tür- und Fensteröffner und viele weitere.

Bei allem Komfort und Alltags-Erleichterung, die dieser Wandel mit sich bringt, bestehen auch Gefahren. Natürlich ist es toll, per Überwachungskamera permanent mein Zuhause im Auge zu haben, weil die Aufnahmen von überall abrufbar sind. Doch was passiert, wenn diese Daten in die falschen Hände gelangen? Das muss nicht der böse Konzern sein, der in seinen AGB verankert hat sämtliche Daten für seine Zwecke nutzen zu dürfen, sondern kann ebenso gut durch Datenbankfehler oder gar Hackerangriffe geschehen. Bildmaterial ist natürlich ein sehr drastisches Beispiel, das wohl jeden Betroffenen stören würde. Anders scheint es oft bei Bewegungsprofilen oder Daten zum Kaufverhalten, die vermutlich so abstrakt sind, dass viele Leute damit schlicht nichts anfangen können und auch gar nicht die Muße haben, sich mit derlei Dingen zu befassen. Den Unternehmen ist es recht, denn für sie ist solch Wissen wie bare Münze.

Nachdem wir uns nun tagelang intensiv mit dem Thema Internet auseinandergesetzt haben, hat sich jeder ein eigenes Bild von der Zukunft des Internets gemacht.

Text: Eike Gosch

Internetarchäologie – Die Sicht eines Archäologen auf unsere Gesellschaft

 

Wie würde uns wohl ein Archäologe in 100 Jahren rekonstruieren?

Er würde wahrscheinlich erst mal auf die typischen Klischees im Internet des 21. Jahrhunderts eingehen. Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen haben werdet, sind heutzutage Katzenvideos, Failvideos, Beauty Tutorials, Duckfaces oder Fitnessbilder voll im Trend. Doch wie würde das ein Archäologe in der Zukunft interpretieren? Ich denke, er würde uns als eine verrückte Gesellschaft ansehen, die anscheinend alles dokumentieren und veröffentlichen muss. Wir wären für ihn eine Gesellschaft, die sehr sportlich und modebewusst ist – aber auch sehr viel von sich preisgibt und nicht viel vom Datenschutz hält. Er würde uns als multimedial vernetzte Individuen sehen, die in einer Flut von Informationen lebt und diese dabei nicht einmal ordentlich verarbeiten kann. Ich denke sogar, dass er es sehr kritisch betrachten würde, dass wir unsere Privatsphäre auf Social-Media-Plattformen freigeben, die unsere Daten nutzen und sogar zum Verkauf zur Verfügung stellen. Doch im Allgemeinen denke ich, dass wir für ihn eine vergangene Kultur wären, die zwar viel offenbart und viel von ihrer Privatsphäre abtritt, jedoch auch sehr interessiert und sozial ist. Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber das wäre meine ungefähre Vorstellung davon, wie uns ein Archäologe in 100 Jahren rekonstruieren könnte. Vielleicht kommt auch alles ganz anders, wer weiß, lassen wir uns einfach mal alle überraschen.

Text: Nadine Gefeller

Zukunftsorientierte Internetarchäologie!?

Dank der voranschreitenden Digitalisierung der westlichen Welt wird es dem heutigen Durchschnittsbürger/der heutigen Durchschnittsbürgerin ermöglicht, den Alltag mit neusten Technologien zu verbessern. Dabei befindet sich dieser Vorgang in einer ständigen Weiterentwicklung, der alle vorherigen Jahrzehnte der Internetnutzung des sog. Web 1.0 in den Schatten stellt.

Durch interaktive Plattformen, wie Social Media im Web 2.0, ändert sich die Position des Nutzers vom Beobachter zum Akteur. Jeder Einzelne kann aktiv das Internet und dessen Inhalte mitgestalten. Immer mehr Gegenstände bekommen Schnittstellen, das „Internet der Dinge“ ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern steht in den Startlöchern. Dabei werden mehr oder weniger bewusst oder unbewusst persönliche Daten preisgegeben und auf unterschiedlichste Weise weitergeleitet. Die daraus entstehenden utopischen Datenmengen, sog. Big Data, werden häufig von Behörden oder Unternehmen verwendet. Diese erstellen anhand der Daten ein detailliertes Benutzerprofil und passen ihre Angebote den Bedürfnissen der Bürger und Bürgerinnen an. Dies geschieht allerdings nicht nur zum Vorteil eines jeden Menschen. Stattdessen verwenden die Unternehmen die Informationen dazu, ihren eigenen Profit zu steigern. Außerdem überwachen die Behörden das Privatleben der Bürger und Bürgerinnen mithilfe dieser Daten.

Dabei stellt sich uns die Frage, wie unsere hinterlassenen Spuren im Internet von der nächsten oder übernächsten Generation ermittelt werden. Was werden die „Internetarchäologen“ der Zukunft über uns herausfinden? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden sie feststellen?

Wie stark wird das Web 3.0 unseren Alltag bestimmen? Welche Möglichkeiten werden sich auftun? Welche Nachteile werden sich aufzeigen? Gibt es überhaupt noch eine Privatsphäre oder werden wir allesamt endgültig zu gläsernen Menschen?

Um diese Fragen beantworten zu können, wollen wir uns mithilfe dieses Blogs auf ein kleines Gedankenspiel einlassen. Hierbei beschäftigen wir uns mit den Fragen, was im Internet hinterlassen wurde, was wir hinterlassen wollen und was wir eventuell hinterlassen werden.

Dabei nehmen wir uns allerdings heraus, einige Fragen unbeantwortet zu lassen, damit jeder sich selbst einen eigenen Standpunkt zu diesen Themen bilden kann.

Text: Lisa Binder

Umfrage „Gesellschaft X.0 -Alles vernetzt?“

Umfrage „Gesellschaft X.0 – Alles vernetzt?“

Mit dieser Umfrage möchten wir Euer Internetverhalten genauer betrachten. Diese Umfrage dauert nur wenige Minuten und ist komplett anonym. 

Auswertung der Umfrage

Bei der Auswertung dieser Umfrage „Gesellschaft X.0 – Alles vernetzt?“ sind wir auf folgende Ergebnisse gekommen:

Statistik 1

Statistik 2

Statistik 3

Statistik 4

Statistik 5

Impressum

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Dieses WordPressblog und alle Unterblogs sind im Rahmen von Seminaren mit Jugendlichen entstanden.

In den Weblogwerkstätten vermitteln wir auch rechtlichen Fragen wie Urheberrecht und Recht am eigenen Bild und versuchen, sie mit den Jugendlichen in die Praxis umzusetzen. Da in Lernprozessen jedoch auch Fehler geschehen können: Sollten Sie trotz unserer Bemühungen Unregelmäßigkeiten entdecken, bitten wir Sie um Verständnis und um direkte Rückmeldung per Mail, um diese umgehend zu beheben.

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